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Boreout

Boreout wird als eine Kombination aus langanhaltender Unterforderung, Langeweile, Desinteresse und gefühlter Sinnlosigkeit verstanden. Das kann nicht nur im Job, sondern auch im Studium passieren.
Im kurzen Video von W wie Wissen bekommst du einen ersten Eindruck, was Boreout ist und was die Folgen davon sein können

Die Erwerbstätigenbefragung 2018 der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin), in der über 20.000 Erwerbstätige befragt wurden, ergab, dass sich 5% von der Arbeitsmenge und 13% von den fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten in ihrem Job unterfordert fühlen. Damit ist Boreout eine relevante Belastung in unserer Gesellschaft.

Wir haben beim Boreout-Coach Stefan Duwensee, der auch im Video zu sehen ist, nachgefragt, was Studierende gezielt gegen Boreout im Studium machen können. Seine Tipps möchten wir euch gerne weitergeben:

1. Thema auf die Agenda holen und darauf aufmerksam machen: Boreout ist für viele noch ein unbekannter Begriff. Je mehr Menschen wissen, dass es Boreout gibt und dass es mit psychischen und physischen Beeinträchtigungen einhergehen kann, desto mehr steigt auch die Akzeptanz für dieses Thema.

2. Reden, reden, reden. Falls du dich betroffen fühlst, sprich mit Freund*innen darüber. Erzähle ihnen von deiner Unzufriedenheit und werde den Frust los. Suche dir auch professionelle Unterstützung und besprich das Thema zum Beispiel mit der psychologischen Beratungsstelle der Uni. Dabei können Lösungsstrategien entwickelt werden.

3. Vision setzen. Führ die vor Augen, wofür du dein Studium machst. Was ist dein Ziel damit? Lohnt es sich dafür auch einmal langweilige Durststrecken durchzustehen? Versuche, auf dein Ziel hinzuarbeiten, um deiner Arbeit somit mehr Sinnhaftigkeit zu geben.  

4. Pro- und Contra-Liste schreiben. Schreib einfach mal alles auf, was für und was gegen dein Studium spricht. Stefan Duwensee hat uns dabei den Tipp gegeben, dass es gut ist, sich erstmal alles Negative von der Seele zu schreiben. Lass dir danach ein paar Tage Zeit und überlege dir dann, welche positiven Aspekte es bei deinem Studium gibt.

5. Nichts überstürzen! Egal wie gelangweilt und genervt du gerade bist – du hast Zeit! Du musst nicht sofort entscheiden, welche Schritte anstehen oder ob du evtl. ein anderes Studium oder eine Ausbildung machen solltest. Setze dich in Ruhe mit deiner Situation auseinander und überlege dir mögliche Lösungswege. Zeiten im Studium, in denen man sich mal gelangweilt oder desinteressiert fühlt, sind noch nicht sofort Zeichen für ein Boreout. Wenn es jedoch ein langanhaltender Zustand ist, ist es sinnvoll, seine Situation einmal zu reflektieren und sich nochmal neu bewusst zu machen, was man möchte.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Stefan Duwensee für das super nette und informative Telefonat!

 

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