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Schlaftracking Apps – Das große WARUM?

Die Qualität der Nachtruhe hängt neben der Schlafmenge vor allem von den sogenannten Schlafstadien ab. Die Schlafmedizin unterscheidet grob gesprochen zwei Stadien: den Traumschlaf und den Tiefschlaf. Beim gesunden Nachtschlaf wechseln sich diese Stadien vier bis sieben Mal pro Nacht ab. Vom Schlafstadium hängt zum Beispiel ab, wie viel wir uns nachts bewegen: 

Traumschlaf = der Körper ist völlig erschlafft, damit wir unsere Träume nicht ausagieren (Die Traumphase (REM-Schlaf) dient der geistigen Erholung. Tageserlebnisse werden verarbeitet und angereichertes Wissen und Erfahrungen im Gedächtnis abgespeichert)

Tiefschlaf = der Körper wälzt sich schon mal hin und her (Die Tiefschlafphase dient der körperlichen Erholung. In ihr bildet der Körper Bausteine zum Erhalt und zur Reparatur der Organe)

 

Im Tiefschlaf werden alle Körperfunktionen gedrosselt; die Körpertemperatur fällt. Puls und Atmung verlangsamen sich. Im Gegensatz zu REM-Phasen sind die Augäpfel komplett ruhig.

 

Schlaftracker zeichnen die Bewegung im Schlaf auf, registrieren alle Geräusche in der Umgebung und erkennen, ob gerade eine Tiefschlaf- und Traumphase angesagt ist. Außerdem wird die Veränderung der Herzfrequenz aufgenommen. Diese Daten werden kombiniert und dann genutzt, um die Schlafdauer und -qualität zu ermitteln.

Zur Schlafüberwachung werden unter anderem

- Anzahl und prozentuale Verteilung der Schlafphasen im zirkadianen Schlafrhythmus,

- Schlafdauer,

- Körperbewegungen im Schlaf,

- Herzfrequenz

- Atemfrequenz gemessen.

 

Sleep Tracker können also helfen, das eigene Schlafverhalten kennenzulernen und für einen erholsamen Schlaf sensibilisieren. Das gilt aber nur für Gesunde.

Wer chronische Schlafprobleme hat, findet in Apps keinen Ersatz für eine ärztliche Behandlung

-> dauerhaft gestörter Schlaf braucht den Schlafexperten

 

Nachteile Schlaftracking Apps

  • Es handelt sich lediglich um eine Einschätzung des Schlafes – keine Analyse

  • eine echte Schlafüberwachung bedarf mehr Daten wie z.B. Muskelbewegungen, Augenbewegungen oder Hirnströme

  • es fehlt eine konkrete und bewertende Differenzierung von Leichtschlaf- und Tiefschlafphasen (nur messbar anhand der elektrischen Gehirnaktivität (EEG)

  • bereits stilles liegen werten Schlaftracker in der Regel als Schlaf

  • schädliche Effekte auf die Psyche (ähnlicher Effekt wie das Anstarren eines Weckers bei Einschlafproblemen)

  • teils verfälschtes Suggerieren, dass keine ernsthafte Schlafstörung vorliegt

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