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Störungen und ihre Folgen

Bei Störungen des zirkadianen Rhythmus laufen der endogene Schlaf-Wach-Rhythmus (innere Uhr) und der äußere Licht-Dunkel-Zyklus versetzt ab (Desynchronisiation). Die Ursache kann endogen (z. B. verzögertes oder vorverlagertes Schlafphasensyndrom) oder äußerlich (z. B. Jetlag, Schichtarbeit) sein.

Wenn die Ursache extern ist, können andere zirkadiane Rhythmen im Körper, inkl. Temperatur und Hormonausschüttung, asynchron mit dem Hell-Dunkel-Zyklus (externe Desynchronisation) und untereinander werden (interne Desynchronisation); zusätzlich zu Insomnie und exzessiver Schläfrigkeit können diese Veränderungen zu Übelkeit, Unwohlsein, Reizbarkeit und Depression führen.

Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen kann ebenfalls erhöht sein. Es ist besonders schwierig, sich an wiederholte zirkadiane Verschiebungen (z. B. durch häufige Fernreisen oder rotierende Schichtarbeit) anzupassen, insbesondere wenn sich die Schichten in der Richtung entgegen dem Uhrzeigersinn ändern. Verschiebungen gegen den Uhrzeigersinn sind solche, die die Aufwach- und Schlafenszeiten nach vorne verlegen (z. B. beim Fliegen nach Osten, bei Schichten, die von tagsüber auf nachts auf abends rotieren). Die Symptome lassen nach einigen Tagen oder, bei einigen Patienten (z. B. ältere Menschen), nach ein paar Wochen oder Monaten nach, während die Rhythmen sich wieder anpassen.

Weil Licht ein starker Synchronisator der zirkadianen Rhythmen ist, beschleunigen die Exposition in hellem Licht (Sonnenlicht oder künstliches Licht mit einer Intensität von 5000–10.000 Lux) nach der gewünschten Aufwachzeit und der Gebrauch einer Sonnenbrille vor der gewünschten Schlafenszeit die Wiederanpassung.

Patienten mit zirkadianen Rhythmusstörungen missbrauchen oft Alkohol, Hypnotika und Stimulanzien.

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